Wo leben wir denn?

Donnerstag, März 26th, 2009

Heute mal ein fast komplett technikfreier Beitrag:

Als ich vorhin die Post geöffnet habe, ging mir nur noch eine Frage durch den Kopf:

„HALLO??? Wo bin ich denn hier gelandet?“

In dem Brief war, neben einem frankierten Rückumschlag, ein Fragebogen eines Meinungsforschungsinstitut. Mit sechs Seiten sehr umfangreich, aber der Knaller steht in der Einleitung und der Datenschutzerklärung, die man unterschreiben soll:

„Die […] GmbH hat sich seit über 10 Jahren mit der […]-Konstumentenbefragung auf die Erhebung von personenbezogenen Verbraucherdaten spezialisiert. Diese stellen wir personenbezogen namhaften Unternehmen aus den versch. Branchen – […] – ausschließlich für Marktforschung, Markeitung und Werbezwecke zur Verfügung“
„11. Aufklärung zum Datenschutz
Ich bin/wir sind einverstanden, dass die […] GmbH, wie im Anschreiben erläutert, die Befragungsergebnisse ausschließlich für Marktforschung, Marketing- und Werbezwecke personenbezogen erhebt, speichert, nutzt und übermittelt.“

Ich möchte der Firma nicht vorwerfen unseriös zu sein. Man wird tatsächlich informiert, was mit den eigenen Daten geschieht und als Anreiz zur Teilnahme winken auch Produktwarenkörbe und ein Gewinnspiel, aber lohnt sich dieser Aufwand?

Ich habe in den frankierten Rückumschlag lediglich einen kurzen Brief und den Ausschnitt mit meiner Adresse vom Fragebogen gelegt. Im Brief mache ich auf mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung deutlich und fordere die Löschung meiner Daten. Es kann doch nicht angehen, dass diese Firma mir diesen Fragebogen schickt – woher haben die eigentlich meine Adresse? – und dann auch noch an Unternehmen „versch. Branchen“ weiterleitet.

Auf die Frage ob ich wohl an einem Golf-Schnupperkurs in meiner Nähe interessiert wäre, fällt mir da schon der passende Werbeprospekt ein, der mich dann wohl „personenbezogen“ erwarten würde, wenn ich „Ja“ ankreuze.

Ich gebe ja, auf dieser Webseite und vermutlich auch bei StudiVZ o.ä. viele meiner Daten Preis, aber wenn ich so direkt danach gefragt werde und zwar nach meinem Kaufverhalten, meinem Einkommen, dem Hubraum der Autos, die im Haushalt vorhanden sind und und und . . . – dann REICHT ES DOCH MAL ENDLICH!

Ist das der Versuch den Datenwust, der vermutlich auf illegale Weise eh schon durchs Netz flirrt einmal legitim einzusammeln und abzugleichen?

Ich wünsche allen viel Spaß beim Ausfüllen des Fragebogens, aber man sollte sich mal fragen, ob man das wirklich möchte, was man da tut!